Stille – mehr als nur das Fehlen von Geräuschen

„Erst durch äußerliche Stille kannst du deinen inneren Wegweiser hören und deine Route danach ausrichten.”

VINAYAKI *

Heute, am 15. März, ist der internationale Tag der Sprachlosigkeit. Die Überlegung, wer sich solche Feiertage ausdenkt, macht mich in der Tat einen Moment lang sprachlos. Aber etwas viel Wichtigeres kommt mir zum Thema Sprachlosigkeit in den Sinn: die Stille. Ein heute wirklich sehr selten gewordenes Gut, was viele Menschen nicht mehr wirklich kennen und entsprechend auch nicht mehr zu schätzen wissen. Vielen bereitet Stille sogar Angst. Aber warum ist das so?

Für mich ist die Stille ein extrem wichtiger Bestandteil meines Lebens. Ich suche sie bewusst und ganz aktiv an jedem einzelnen Tag: in meiner morgendlichen und abendlichen Meditation, bei einem Spaziergang im Wald, bei meinem Genießerkaffee am Morgen oder vielen anderen ganz alltäglichen Dingen. Die äußerliche Stille animiert mich immer wieder dazu, auch innerlich zur Ruhe zu kommen und die lauten Gedanken in meinem Kopf für einige wenige und deshalb sehr kostbare Momente auszuschalten.

Stille ist nichts Negatives im Sinne einer Abwesenheit, eine Fehlen von etwas. Ganz im Gegenteil: Sie zeigt mir immer wieder aufs Neue auf, was alles da ist, in mir, was ich durch all die Geräusche von außen oft gar nicht wahrnehme. Die Stille ist eine großartige Gelegenheit, um in mich hinein zu hören – frei von Rufen, Ansagen, Störungen und Ablenkungen von außen. Sie gibt mir die Möglichkeit, mich aus dem Außen zurückzuziehen in mein Inneres, an einen Ort der Entspannung und Ruhe. Einen Ort, den ich immer bei mir habe – egal, wie laut meine äußere Umgebung aktuell gerade ist, zum Beispiel morgens in der Bahn auf dem Weg ins Büro.

Warum also sollte ich Angst davor haben, hören zu können, was mir mein innerer Wegweiser sagen will? Warum sollte ich nicht hören wollen, was ich für mich selber als gut und richtig und wichtig betrachte? Warum sollte ich mich hinter der Lautstärke des Alltags davor verstecken wollen, was mich eigentlich bewegt?

Wie stehst du zum Thema Stille? Suchst du sie aktiv wie ich oder versuchst du, dich vor ihr zu verstecken?

* Bevor du nun googelst, wer Vinayaki ist: Ich bin das, Kirstin. Vanayaki mein yogischer „Künstlername“ oder yogischer ausgedrückt: mein spiritueller Name, der mir im Rahmen meiner Ausbildung zur Yoga-Lehrerin verliehen wurde. Ende spiritueller Exkurs!

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